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Dem Baby das Fläschchen geben: So gelingt das Bonding
Auch wenn man mittlerweile viel über die positiven Effekte von Muttermilch weiß, ist es ebenso in Ordnung, wenn dein Kind nicht gestillt wird. Manchmal ist es einfach so, dass es, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Trinken an der Brust einfach nicht klappt oder sich die Mutter dafür entscheidet, nicht zu stillen oder früh abzustillen. Dann bekommt dein Kind künstliche Säuglingsanfangsnahrung aus dem Fläschchen. Das Bonding muss darunter jedoch nicht leiden. Wenn dein Baby mit dem Fläschchen gefüttert wird, kannst du darauf achten, wie du das Füttern gestaltest. Körpernähe, Blickkontakt und entspannte Atmosphäre tragen dazu bei, dass die Eltern-Kind-Bindung auch gefördert wird.
Sei dir dessen sicher, dass dein Baby es so oder so genießt, wenn es von dir gehalten und gefüttert wird. Ob es die Brust bekommt oder aus seinem Fläschchen trinkt, spielt für sein Wohlbefinden keine vordergründige Rolle. Wichtig ist für dein Baby, dass es in dir (und im Papa) eine fixe Bezugsperson hat, die ihm Vertrauen und Geborgenheit schenkt. Wir haben ein paar Ideen für dich, wie man auch das Füttern mit dem Fläschchen so angenehm und bindungsorientiert wie möglich gestalten kann. Von den Tipps profitieren übrigens Stillmamas, die gelegentlich Milch abpumpen, damit sie selbst oder eine andere Bezugsperson das Kind zwischendurch versorgen können.

Säuglingsanfangsnahrung
Kinder, die nicht gestillt werden, bekommen künstlich hergestellte Säuglingsanfangsnahrung. In Österreich wird der Großteil aller Babys in der ersten Lebenswoche gestillt, anschließend sinkt die Stillrate. Das zeigt Sukie – Eine Studie zum Stillverhalten und zur Kinderernährung in Österreich, die von der AGES und dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Auftrag gegeben wurde. Durchgeführt wurde sie 2019 und 2020. In der ersten Lebenswoche stillen laut Studie 96,7 % aller Mütter, mit vier Monaten stillen noch 77,4 % und mit sechs Monaten werden 64,1 % aller Babys gestillt. Gegen Ende des ersten Lebensjahres stillen noch 40,8 % aller Mütter. Das bedeutet also, dass viele Babys bereits in den ersten Lebensmonaten teilweise oder ausschließlich mit Säuglingsanfangsmilch gefüttert werden.
Es ist also vollkommen normal, wenn du schon nach ein paar Wochen beschließt, deinem Kind Pre-Milch zu geben. Manche Babys bekommen auch abwechselnd Muttermilch und künstliche Säuglingsanfangsnahrung (Zwiemilchernährung). Wenn die Mama beispielsweise am Abend und in der Nacht noch stillt, es tagsüber aber vom Papa oder einer anderen Bezugsperson das Fläschchen bekommt.
Pre-Milch & Folgemilch
Die Alternative zur Muttermilch ist die sogenannte Pre-Milch. Es handelt sich hierbei um eine künstliche Ernährung, die auf Basis von Molke und Kuhmilch hergestellt wird. Pre-Milch darf außer Laktose keine weiteren Kohlenhydrate enthalten, die Inhaltsstoffe und Zusätze sind gesetzlich streng geregelt. Pre-Milch wird aus dem Fläschchen gefüttert und darf gleich wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Ein Umstieg auf Folgemilch ist üblicherweise nicht erforderlich. Sie darf unterschiedliche Zuckerarten und Stärke enthalten – das macht dein Baby zwar satt, bringt ihm jedoch keine Nährstoffe.
Tipp: Welche Arten von PRE-Nahrung es gibt, was für Ausstattung du benötigst und worauf du bei der Hygiene achten solltest, erfährst du hier.
Einfacher Wechsel zwischen Stillen und Flasche

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Muttermilch abpumpen
In erster Linie ist dein Baby beim Stillen natürlich auf dich angewiesen. Schließlich kannst du es anlegen, wann immer es hungrig ist. Muttermilch und Pre-Milch dürfen nach Bedarf gefüttert werden. Wenn du wieder arbeiten gehen oder eine Mama-Auszeit haben möchtest, musst du deswegen nicht abstillen. Nach einigen Wochen ist das Trinkverhalten deines Babys an der Brust stabil genug, um ihm ab und zu auch mit abgepumpter Muttermilch mit dem Fläschchen zu füttern. Vielleicht musst du ein paar Sauger durchprobieren, manche Kinder sind sehr wählerisch.
Wie funktioniert das Abpumpen?
Je nachdem, wie oft und wie viel Milch du abpumpen möchtest, greifst du zu einer Handmilchpumpe oder einer elektrischen Milchpumpe. Handmilchpumpen sind klein und passen in jede Handtasche und werden manuell bedient. Elektrische Milchpumpen werden mit einem Motor betrieben und sind praktisch, wenn du größere Milchmengen gewinnen möchtest. Abgepumpt wird entweder einseitig oder doppelseitig. Wenn du auf beiden Seiten abpumpst, dauert das natürlich länger. Einseitiges Abpumpen klappt auch gut zwischendurch.
Die Milch wird direkt mit der Flasche aufgefangen – du kannst sie entweder so kühl stellen oder portionieren und sachgemäß aufbewahren, z. B. in Muttermilchbeuteln im Tiefkühler. Abgepumpte Muttermilch hält sich bei Raumtemperatur etwa vier Stunden. Für eine Aufbewahrung darüber hinaus solltest du sie immer in den Kühlschrank geben oder für unterwegs Kühlakkus besorgen. Bevor du deinem Baby die Milch gibst, musst du sie auf Körpertemperatur erwärmen. Du kannst den Muttermilchbeutel entweder in warmes Wasser geben oder die Milch schon ins Fläschchen füllen und das dann im Fläschchenwärmer langsam erwärmen. Bitte kontrolliere die Temperatur sorgfältig, bevor du mit dem Füttern beginnst. Gefrorene Muttermilch solltest du immer langsam im Kühlschrank auftauen und erst erwärmen, wenn sie nicht mehr geeist ist.
Dein Baby achtsam füttern
Dein Baby bekommt also Muttermilch oder Pre-Milch aus dem Fläschchen – das bedeutet nicht, dass du auf Bonding verzichten musst. Auch Babys, die das Fläschchen bekommen, können bindungsorientiert gefüttert werden. Schließlich genießen sie genauso den Körperkontakt und die exklusive Aufmerksamkeit von Mama oder Papa.
Wir haben ein paar Tipps für dich, wie du die richtigen Rahmenbedingungen schaffen kannst:
- Füttere Pre-Milch nach Bedarf. Achte auf die Signale deines Babys. Wann ist es hungrig? Wann ist es müde? Wann möchte es vielleicht einfach „nur“ getragen werden? Verzichte auf fixe Essenszeiten und Mengen. Orientiere dich an deinem Baby – es wird dir genau anzeigen, wann und wie viel es trinken möchte.
- Nimm dir Zeit für jede Mahlzeit und suche dir einen ruhigen Platz ähnlich wie du es beim Stillen tun würdest.
- Achte auf eine aufrechte Haltung und darauf, dass ihr es beide möglichst bequem
- Nimm dein Baby beim Füttern immer auf den Arm. Wechsle die Seiten, nachdem dein Kind etwa die Hälfte der Milch getrunken hat.
- Babys sollten niemals mit der Flasche allein gelassen werden. Es ist auch nicht bindungsorientiert, wenn dein Baby beim Trinken am Rücken liegt und du ihm das Fläschchen einfach entgegenhältst.
- Suche immer wieder den Blick zu deinem Kind. Auch andere Bezugspersonen, die dein Baby füttern, sollten stets den Blickkontakt halten.
- Hautkontakt ist ebenfalls wichtig. Wenn du deinem Baby das Fläschchen gibst, sollte es so oft wie möglich nur mit der Windel bekleidet oder zumindest ganz nah bei dir sein. Durch den engen Kontakt tankt es Nähe, Geborgenheit, Vertrauen und Wärme. Dadurch wird wiederum die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt.
- Dein Baby zeigt dir an, wenn es eine Pause braucht. Stillmahlzeiten können manchmal zwanzig Minuten oder länger dauern – das ist auch beim Fläschchen trinken möglich. Vielleicht möchte dein Kind zwischendurch pausieren und kuscheln, anschließend kann es weitertrinken.
- Wechsle dich mit deinem Partner oder einer anderen engen Bezugsperson ab. Achte jedoch darauf, dass dein Baby nicht zu oft von wechselnden Personen das Fläschchen bekommt.
Tipp: Stillberaterinnen stehen zwar in erster Linie für Stillmamas zur Verfügung, sie begleiten dich jedoch auch, wenn du deinem Baby Pre-Milch fütterst. Du kannst dich zur Zusammensetzung der Säuglingsanfangsnahrung, zur Beikost aber auch bei Trinkproblemen beraten lassen!
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